Rohstoffstudie veröffentlicht


Deutsche Rohstoffagentur der BGR legt Bericht zur aktuellen Rohstoffsituation in Deutschland vor


Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) erstellt seit 1980 in jährlicher Folge den Rohstoffsituationsbericht für Deutschland. Jetzt liegt der Bericht für das Jahr 2009 vor. Er enthält alle wichtigen Zahlen und Fakten zur aktuellen Versorgungssituation bei mineralischen Rohstoffen und Energierohstoffen. Dazu zählen Kennziffern zu Rohstoffproduktion, Außenhandel, Preisentwicklung und Verbrauch.


„Die deutsche Wirtschaft ist seit 2004 mit einer geänderten Rohstoffsituation konfrontiert. Vor allem infolge des rasanten Wirtschaftswachstums der Schwellenländer, allen voran China, steigt die Rohstoffnachfrage kontinuierlich – wenn man einmal von einem kurzen Einbruch 2009 aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise absieht. Diese Situation kann kurz- und mittelfristig Auswirkungen für deutsche und europäische Unternehmen beim Zugang zu Rohstoffen haben. Daher setzt sich in der deutschen rohstoffverarbeitenden Industrie zunehmend die Erkenntnis durch, dass insbesondere für die Einführung innovativer Technologien die Lieferketten bis in den primären Rohstoffsektor besser abgesichert werden müssen“, beschreibt Dr. Hildegard Wilken, stellvertretende Leiterin der Deutschen Rohstoffagentur in der BGR und Mitautorin der Studie, die sich stellenden Herausforderungen für die deutsche Wirtschaft.


Investitionsentscheidungen im Bergbausektor sind aufgrund der Langfristigkeit und der Höhe der Investitionen oftmals riskant. Soziale und Umweltauswirkungen des Bergbaus, aber auch die immer schnellere Entwicklung von Technologien, welche die Rohstoffnachfrage steuert, stellen die Rohstoffwirtschaft vor ständig neue Herausforderungen. Hinzu kommen politische Unsicherheiten und protektionistische Maßnahmen einzelner Länder sowie Konzentrationsprozesse von Bergbauunternehmen welche die Rohstoffmärkte beeinflussen. Die damit verbundenen Preisvolatilitäten verschärfen die Situation.


Vor diesem Hintergrund hat die Bundesregierung unter Federführung des Bundeswirtschaftsministeriums in diesem Jahre auf nationaler Ebene einen Dialog zwischen Wirtschaft und Politik initiiert. In diesen Dialog sind auf Regierungsebene neben dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie insbesondere das Auswärtige Amt und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung eingebunden. Die Ergebnisse dieses Dialoges sind in die Rohstoffstrategie der Bundesregierung eingeflossen.


Als eine strukturelle Maßnahme im Rahmen der Rohstoffstrategie der Bundesregierung hat Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle am 4. Oktober 2010 die Deutsche Rohstoffagentur in der BGR gegründet. Die Rohstoffagentur dient als Schnittstelle und zentrale Informationsplattform für Politik und Wirtschaft. Inhaltliche Schwerpunkte der Rohstoffagentur sind die Verfügbarkeit von mineralischen und Energierohstoffen und die Versorgungssicherheit Deutschlands mit diesen Rohstoffen sowie Rohstoff- und Bergbaupotenziale und Rohstoffeffizienz. Mit der Gründung der Deutschen Rohstoffagentur wird auch das Rohstoffinformationsangebot der BGR weiter ausgebaut. Der jetzt vorliegende Rohstoffsituationsbericht leistet hierzu einen Beitrag.


Die Studie ist ein Kernprodukt der BGR-Fachbereiche „Wirtschaftsgeologie der mineralischen Rohstoffe“ und „Wirtschaftsgeologie der Energierohstoffe“. Die Bereiche beobachten, analysieren und bewerten seit Jahren kontinuierlich das weltweite Rohstoffpotenzial und die Rohstoffmärkte der Metalle, Industrieminerale, Steine & Erden sowie der Energierohstoffe Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran.



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