Technische Lösungen im Kombinierten Verkehr gefragt

Halbzeit im Projekt „SusFreight – Sustainable Freight Transport now and tomorrow”

Erstes Ergebnis: Innovationen im Kombinierten Verkehr sind dringender denn je erforderlich.

SusFreight PartnermeetingZur Halbzeit des Projektes SusFreight trafen sich die Projektpartner aus Österreich, Italien, Slowenien und Deutschland zum transnationalen Meeting in Prien am Chiemsee um die Projektfortschritte und Zwischenergebnisse zu präsentieren. Schon jetzt kann festgehalten werden, dass vor allem technische Lösungen kurzfristig zur Verfügung gestellt werden müssen, um Güterverkehre von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Für die Erstellung von passenden Konzepten und neuen Zugangeboten ist es dann in einem weiteren Schritt wichtig, auch die Bevölkerung einzubinden, um beide Interessen von Transportunternehmen und Anwohnern zu berücksichtigen, denn zunehmender Verkehr auf der Schiene bedeutet auch weitere Beeinflussungen wie zum Beispiel Lärm. Auch hierfür müssen akzeptable Lösungen für Wirtschaft und Bevölkerung gefunden werden.
Passend zur Zielsetzung des Projekts SusFreight – der Entwicklung eines umweltfreundlichen und nachhaltigen Güterverkehr in den Alpen fand das Partnertreffen in Verbindung mit der Veranstaltung Alpendialog auf Schloss Hohenaschau statt. Der Alpendialog soll Diskussionsgrundlage für die Alpenstrategie bieten, die sich mit Themen wie nachhaltiges Wachstum und Vollbeschäftigung, umweltfreundliche Mobilität und erneuerbare Energien beschäftigt.

In der Podiumsdiskussion des Alpendialogs mit der bayerischen Europaministerin Dr. Beate Merk und dem bayerischen Umweltminister Dr. Marcel Huber merkte Karl Fischer (Geschäftsführer der LKZ Prien GmbH) folgende Probleme beziehungsweise Trends an, die in der Alpenstrategie Beachtung finden müssen:
10 Millionen LKW passieren aktuell pro Jahr die Alpen auf der Straße, davon wählen allein 2 Millionen eine Route über den Brenner. Die Tendenz des Verkehrsaufkommens ist steigend. Ein sprichwörtlich schwerwiegendes Problem. Ein weiterer Fakt im Alpenraum ist der Zuwachs des Außenhandels von Bayern mit China. Der Export nach China hat sich von 2008 bis 2012 verdoppelt und China ist aktuell Bayerns zweitwichtigster Handelspartner sowohl im Import als auch im Export. Diese Tatsache zeigt deutlich: Die (globalen) Märkte verändern sich.
Aufgabe der Logistik ist es, mit diesem Wachstum und den sich verändernden Märkten passende Antworten zu finden, um die wirtschaftliche Entwicklung in Einklang mit den ökologischen Zielen – dem umweltfreundlichen Gütertransport – zu bringen.
Heute zeigt sich aber von Region zu Region ein anderes Bild. So zum Beispiel in der Schweiz und in Österreich. Der Anteil des Schienentransports im Verhältnis zum Straßentransport beträgt in der Schweiz bereits zwei Drittel, was zeigt, dass das Produkt Schiene umweltfreundlich und durchaus marktfähig ist. Im Vergleich dazu fahren in Österreich nur etwa ein Drittel der LKWs auf der Schiene.
Der momentane Trend in Österreich zeigt sogar, dass aktuell etwa 100.000 LKW pro Jahr von der Schiene wieder zurück auf die Straße verlagert werden. Ursache ist der Rückgang der RoLa (Rollende Landstraße), die aufgrund veralteter Technologien, eines hohen Wartungsaufwands und letztendlich zu geringer Nutzlast immer weniger Nachfrage findet. Damit sinkt der Marktanteil der Schiene von vormals 35% auf unter 30%. Der Druck nach Innovationen und Konzepten im Kombinierten Verkehr steigt. Mit dem Projekt SusFreight werden hierzu wegweisende Empfehlungen gegeben, damit auch in Zukunft wirtschaftliches Wachstum und Bewahrung der Natur insbesondere im sensiblen Alpenraum in Einklang gebracht werden können.

 

http://www.lkzprien.de/

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