Logistikpotentiale neu entdecken

Der Empfang im Interconti in Berlin

Deutscher Logistik-Kongress: Umweltdienstleister im Gespräch mit Prof. Dr. Christian Kille vom Institut für Angewandte Logistik IAL der Hochschule Würzburg.

Unter dem Motto „Komplexität, Kosten, Kooperation“ fand im Oktober der 31. Deutsche Logistik-Kongress der Bundesvereinigung Logistik (BVL) in Berlin statt. Drei Tage lang befassten sich die Teilnehmer aus Industrie, Handel, Logistikdienstleistung und Wissenschaft über aktuelle Fragestellungen und grundsätzliche Themen von Supply Chain Management und Logistik.

Bei dem derzeitigen Hype von Industrie 4.0 wird sich die Logistbranche in der Wirkungskette noch rasanter entwickeln. Die Entwicklungen von RFID und Co. sind hier nur die ersten Anfänge. Auch bei der Prävention wird sich einiges tun.

Martin Schwemmer (li.) von der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS stellte mit Prof. Christian Kille (re) die aktuelle Ausgabe der »Top 100 der Logistik« vor. Im Interview gibt Kille noch Tipps wie sich Logistikpotentiale und Prävention verknüpfen lassen. Bild:IWP

Red.: Welches zusätzliche Optimierungspotential kann durch Prävention erreicht werden?

Kille: Über 10.000 Staplerunfälle in diesem Jahr verursachen neben Sach-und Personenschäden Zusatzkosten durch Unterbrechungen der Logistikkette. Der Trend zur automatisch oder teilautomatischen Steuerung bei Produktion und Logistik wird sich in den nächsten Jahren daher noch steigern. Mit einem besseren Arbeitsschutz und geringeren Unfallzahlen entsteht dadurch auch ein bedeutender Zusatznutzen. Bei der Intralogistik läßt sich der Nutzen besonders gut umschreiben. Tausende Informationen können heute während des Güterflusses verarbeitetet werden und so für mehr Effizienz bis hin zur Fahrzeugkoordination sorgen. Dabei kommen sowohl fahrerlose Systeme oder Fahrerassistenzsysteme zum Einsatz.

Red.: Die Bauindustrie erlebt derzeit einen rasanten Aufstieg. Welche besonderen Herausforderungen sind in der Baubranche zu beachten?
Kille: Durch die vielen Schnittstellen in der Baustellenlogistik lassen sich die zu erwartenden Vorteile von Industrie 4.0 nicht so einfach integrieren. Bis auf einige wenige „Leuchtturmausnahmen“ lassen sich die zahlreichen Gewerke und alle Beteiligten in das Informationsnetzwerk nur schwer integrieren. Vielmehr erweitern die Logistikdienstleister ihr Angebot über den Transport hinaus und liefern direkt am Objekt und Bauabschnitt.

Red: Kann die Infrastruktur der Verkehrswege mit dem Wachstum der Logistik noch mithalten?
Kille: Bei der Umsetzung des von der EU geforderten intermodalen Verkehrs wirkt sich die teilweise marode Infrastuktur bereits heute auf die Lieferketten aus. Ohne weitere Investitionen werden Sperrungen maroder Brücken weiter zunehmen. Die Mehrkosten trägt dann der Unternehmer.+++

Vielen Dank für das Gespräch am Rande des Logistikkongresses, Herr Kille.

http://ial.fhws.de/news.html

http://www.bvl.de/

Mehr zum Logistikkongress finden Sie hier: Trends der Baulogistik im Blick

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