Vom Stroh zum Kraftwerk

Wohin mit landwirtschaftlichen Reststoffen? Bundesregierung fördert Projekt.

 

Stroh als Nebenprodukt der Landwirtschaft fand bislang kaum energetische Verwendung. Das wird künftig anders: Die Grontmij GmbH unterstützt die Errichtung des größten stroh-befeuerten Heizkraftwerks in Deutschland. Die Bundesregierung fördert das innovative Projekt.

 

 

In Emlichheim (Niedersachsen) plant die BEKW Bioenergiekraftwerk Emsland GmbH & Co. KG die Errichtung eines in Deutschland zurzeit einmaligen Kraftwerks mit einer Gesamtinvestitionssumme von 56 Mio. €. Mit dem Bau soll im Oktober begonnen, der Betrieb bereits zum Jahresende aufgenommen werden. Grontmij übernimmt die Baubetreuung und -überwachung, die Tragwerksplanung und die Ausführungsplanung des Bauteils.

 

Stroh als Reststoff landwirtschaftlicher Aktivitäten wird bislang kaum energetisch genutzt. Die innovative Technik des geplanten Bioenergiekraftwerks wird das Potenzial dieser Biomasse erstmals in größerem Umfang erschließen. Ulrich Bartl, Grontmij Bereichsleiter Abfall, erläutert: „Im Gegensatz zu anderen Biomasse-Kraftwerken liegt der Vorteil darin, dass keine Flächen außerhalb der Nahrungs- bzw. Futtermittelproduktion in Anspruch genommen werden.“ Damit bestehe keine Konkurrenz zwischen der Nutzung der Biomasse zur Energiegewinnung und ihrer Nutzung als Nahrungsquelle.

 

Herr Bartl betont: „Das Kraftwerk ist außerdem eine klimafreundliche Sache! Es trägt dazu bei, dass jedes Jahr Emissionen in Höhe von fast 90.000 t CO2-Äquivalenten vermieden werden.“

 

Das Kraftwerk arbeitet hocheffizient: Rund 90 % der Primärenergie werden ausgenutzt. Eine benachbarte Stärkefabrik nutzt Prozesswärme und Hochtemperaturdampf der Anlage, die auf eine Feuerungswärmeleistung von 49,8 MW ausgelegt ist. Ein Nahwärmenetz versorgt die Gemeinde Emlichheim mit umweltfreundlicher und klimaschonender Wärme. Zusätzlich soll elektrische Energie in einer Größenordnung von ca. 9 MW ins öffentliche Netz eingespeist werden.

 

Wo immer möglich, werden die Aufträge zur Errichtung an Unternehmen aus der Region vergeben. Das schafft Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Das Stroh für den Kraftwerksbetrieb – immerhin 75.000 t im Jahr – stammt aus dem regionalen Getreideanbau im Umkreis von durchschnittlich 60 km. Über 93 % der benötigten Strohmenge wurden bereits Lieferverträge mit Landwirten der Umgebung geschlossen.

 

http://www.grontmij.de