EU-Studie: Schadstoffe


Zu viele Schadstoffe in Innenräumen, warnt AIRMEX


Eine EU-finanzierte Forschung zeigt, dass sich viele gefährliche Luftschadstoffe eher in Innenräumen als draußen bemerkbar machen. Das Projekt AIRMEX („European Indoor Air Monitoring and Exposure Assessment Project“) untersuchte die Raumluftqualität und die Belastungswerte mit Messungen von 19 flüchtigen organischen Verbindungen, wie beispielsweise Carbonylverbindungen, Terpenoide und Aromaten, in öffentlichen Gebäuden und Kindergärten in einer Reihe europäischer Städte. AIRMEX wird von der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC, Joint Research Centre) der EU finanziert.


Die Verbesserung der Gesundheit ist eine Priorität für die EU, was man auch am Europäischen Aktionsplan Umwelt und Gesundheit 2004-2010 Plan sehen kann, der sich auf die Folgen von Umweltschäden auf die menschliche Gesundheit konzentriert. Im Rahmen dieses Aktionsplans wird die EU Information erhalten, die sie benötigt, um eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Akteuren in den Bereichen Umwelt, Gesundheit und Forschung zu schaffen.


Die AIRMEX-Partner fanden heraus, dass persönliche Belastungswerte durch gefährliche Schadstoffe – insbesondere Formaldehyd und Benzol – in den meisten Fällen höher waren als die jeweiligen Konzentrationen im Innen-/Außenbereich.


Ihre Untersuchung zeigte auch, dass 30,2% der persönlichen Belastungswerte, 22,9% der Innenraumkonzentrationen und 18% der Außenluftkonzentrationen über dem Luft-Grenzwert lagen, der von der Kommission in der Richtlinie 2000/69/EG für 2010 für Benzol festgelegt wurde. Die Forscher maßen die persönlichen Belastungen bei Angestellten und Lehrern in ihrem jeweiligen Arbeitsumfeld.


Den Wissenschaftlern zufolge liegen diese Werte über Gesundheitsgrenzwerten. Die gemessenen Außenkonzentrationen alleine bewerten die gesundheitlichen Risiken der Exposition des Menschen auf lange Sicht zu niedrig.


Die Forscher untersuchten, wie menschliche Lungenzellen auf den Chemikalienmix reagieren. Basierend auf den Daten interagieren die chemischen Verbindungen und ihre Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit hängen vom Vorhandensein anderer Chemikalien ab. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass die vielfältigen Auswirkungen von Schadstoffen in der Raumluft von anderen sich auf den Menschen auswirkenden Komponenten abhängen, beispielsweise von Stress, Geschlecht und genetischem Hintergrund.


Letztlich identifizierte und quantifizierte das AIRMEX-Projekt die wichtigsten Luftschadstoffe in verschiedenen Umgebungen und ermittelte die Hauptquellen dieser Schadstoffe. Die Forscher bewerteten die Belastung des Menschen und untersuchten, wie die menschliche Gesundheit durch diese Schadstoffe geschädigt wird, insbesondere bei Kindern.


Die Forscher führten Analysen in Athen und Thessaloniki (Griechenland), Leipzig (Deutschland), Catania und Mailand (Italien), Brüssel (Belgien), Nikosia (Zypern) und Arnheim und Nimwegen (Niederlande) durch. Das gesamte Projekt umfasste außerdem die Städte Dublin (Irland), Helsinki (Finnland) und Budapest (Ungarn).


Gemeinsame Forschungsstelle:
http://ec.europa.eu/dgs/jrc/index.cfm


© European Communities, 1995-2009


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