U-Bahn fährt autonom

Seit Anfang November 2011 verkehren auf der Ältesten Linie der Pariser Metro die ersten Züge fahrerlos. Siemens rüstete hierfür die Linie 1 mit dem vollautomatischen Zugsicherungssystem vom Typ Trainguard MT aus. Die Metrolinie 1 der französischen Hauptstadt ist die traditionsreichste und zugleich am stärksten frequentierte Linie. Sie verbindet auf rund 17 Kilometern den Osten und Westen der Stadt und befördert bis zu 725.000 Fahrgäste täglich. (Bild: Cyrille Dubreuil;Siemens AG)

Seit November 2011 verkehren auf der ältesten Linie der Pariser Metro die ersten Züge fahrerlos. Siemens rüstete hierfür die Linie 1 mit dem vollautomatischen Zugsicherungssystem vom Typ Trainguard MT CBTC aus. Die Pariser Verkehrsbetriebe RATP stellen nun seit März 2013 die Linie 1,alle 49 Fahrzeuge, der Metro auf einen vollautomatischen und damit fahrerlosen Betrieb um. Siemens verantwortet dabei die Modernisierung der Automatisierungstechnik. Das neue System arbeitet energieeffizienter und ermöglicht eine verbesserte Zugfolge von 85 statt bisher 105 Sekunden. Die Linie 1 ist mit bis zu 725.000 Fahrgästen täglich die am stärksten befahrene Linie in Paris. Im Oktober 2013 gibt Siemens den Bau der fahrerlosen U-Bahn für Riad bekannt.

 

Fahrerlose U-Bahnlinien in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad

 

Siemens baut fahrerlose U-Bahn in Riad / Siemens builds driverless metro system in Riyadh Bild: Siemens AG / Avant Premier

Siemens liefert die schlüsselfertige Gesamtanlage für zwei fahrerlose U-Bahnlinien in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad. Die rasch wachsende Fünf-Millionen-Einwohner-Stadt, die bisher im Nahverkehr vor allem auf Diesel-Omnibusse setzt, will mit der Investition einen weiteren Schritt zur Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur gehen. Der Auftrag für Siemens umfasst Metro-Züge, Elektrifizierung sowie Signal- und Kommunikationstechnik für den fahrerlosen Betrieb. Siemens ist auch für die Systemintegration der Bahntechnik auf den zusammen rund 63 Kilometer langen Linien verantwortlich. Siemens erhielt den Auftrag von der Hohen Kommission zur Stadtentwicklung (ArRiyadh Development Authority) mit einem Anteilsvolumen von rund 1,5 Milliarden Euro (2,1 Milliarden Dollar) im Konsortium mit der US-Firma Bechtel und den örtlichen Bauunternehmen Almabani und Consolidated Contractors Company. Der konsortiale Auftragswert beträgt insgesamt rund 7,5 Milliarden Euro (rund 10 Milliarden Dollar).

 

Mit sechs Linien und 175 Kilometern Streckenlänge plant Riad das größte Metro-Projekt der Welt. Die Investition in die Infrastruktur der Stadt soll die Nahverkehrsprobleme lindern. Denn Riad wächst rasant: Seit 1990 hat sich die Bevölkerungszahl auf mehr als fünf Millionen Einwohner verdoppelt.

Siemens stattet Linie 1 und 2 der sechs Linien aus. Siemens liefert 74 Metrofahrzeuge vom Typ Inspiro. Die aus Aluminium gefertigten Züge fahren auf Normalspur und können eine Geschwindigkeit von bis zu 90 Stundenkilometern erreichen.

 

Die 2- und 4-teiligen Züge sind auf die klimatischen Verhältnisse der Region ausgelegt. Dazu gehört eine größere Klimaanlage, die auch bei extremer Hitze ausreichende Kühlleistung liefert. Ferner wurden die Drehgestelle, der Fahrantrieb, die Bremsen und die Türen mit speziellen Filtern und Dichtungen versehen, um das Eindringen von Sand zu vermindern.

 

Die Signal- und Zugbeeinflussungstechnik stellt sicher, dass Züge – vor allem während der Hauptverkehrszeiten – im 90-Sekunden-Rhythmus verkehren können. Durch diese schnelle Taktung können pro Stunde über 21.000 Fahrgäste befördert werden. Die beiden Linien werden von Siemens mit einem WLAN-basierten Zugbeeinflussungssystem für den fahrer- und begleiterlosen Betrieb ausgestattet. Daneben werden automatische Zugsteuerung, Funkübertragung sowie 31 elektronischen Stellwerke installiert. Siemens stattet auch die Betriebsleitzentralen der beiden Linien aus. Von dort werden die Strecken gesteuert und überwacht. Der Vertrag umfasst auch Schulungen für den Einsatz der neuen Technik.

 

Siemens ist ebenfalls für die Bahnstromversorgung der Linien verantwortlich. Die beim Bremsen der Züge gewonnene elektrische Energie wird in das Netz des Metrosystems zurückgespeist und allen elektrischen Verbrauchern zur Verfügung gestellt. Zur elektrischen Ausrüstung gehören zudem die Notstromversorgung mit Dieselgeneratoren sowie unterbrechungsfreie Stromversorgungen.

 

Beim Bau schlüsselfertiger Anlagen mit Fahrzeugen, Signaltechnik und Elektrifizierung ist Siemens führender Anbieter. Derzeit installiert Siemens zum Beispiel U-Bahnen in Rennes (Frankreich) und Delhi (Indien) und ein Tramsystem für Doha (Katar). Bereits in Betrieb sind vollautomatische fahrerlose Linien in Algier (Algerien), Santo Domingo (Dominikanische Republik) und wiederum im französischen Rennes.

 

Der Siemens-Sektor Infrastructure & Cities trägt mit seinen nachhaltigen Technologien dazu bei, die Lebensqualität der Menschen in urbanen Ballungszentren langfristig zu verbessern. Ein Beispiel dafür sind die schlüsselfertigen U-Bahnlinien in Riad, für die verschiedene Einheiten ihr Know-how bündeln, um die Mobilität der Menschen zu optimieren, Energie effizienter zu nutzen und CO2 einzusparen.

 

www.siemens.de

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