Flüssiges Gold aus Stroh


Bio-Sprit-Forschung am FH OÖ Campus Wels: Inbetriebnahme der Steam Explosion-Anlage


Bildquelle: FH Oö Campus Wels, Abdruck honorarfrei - Bildunterschrift: v.li.n.re.: Prof. (FH) Dr. Johann Kastner (GF FH OÖ F&E GmbH), Dekan Prof. (FH) Dr. Burkhard Stadlmann, Projektleiterin Dr. Heike Kahr, wissenschaftliche Mitarbeiterin Sara Helmberger MA, Landesrat Dr. Josef Stockinger und Forschungsleiter Prof. (FH) Dr. Alexander JägerKürzlich wurde im Beisein von Landesrat Dr. Josef Stockinger eine „Steam Explosion“-Anlage in den Bio- und Umwelttechnik Laboratorien der FH OÖ Fakultät für Technik und Umweltwissenschaften in Wels in Betrieb genommen. Dieses seltene Gerät wird im
Forschungsprojekt Bioethanol aus Stroh zur Vorbehandlung eingesetzt, sodass aus Stroh Zucker und daraus wiederum Bioethanol gewonnen werden kann. Die Abteilung Landwirtschaft und Forst von Landesrat Stockinger hat den Ankauf der Steam Explosion zur Hälfte mitfinanziert.


Das seit 2008 laufende Forschungsprojekt verläuft sehr erfolgreich. Mittlerweile spinnen bereits 10 ForschungsmitarbeiterInnen das „flüssige Gold“ aus Stroh. Die EU-Biokraftstoffrichtlinie sieht bis 2020 einen Biosprit-Anteil von 10 Prozent vor. Bisher wurde Bioalkohol (auch Bioethanol genannt) meist aus Getreide, Mais oder Zuckerrüben hergestellt. Im Studiengang Bio- und Umwelttechnik wird an einer Alternative intensiv und erfolgreich geforscht: Landwirtschaftliche Reststoffe, wie etwa Stroh oder Holz sollen als Grundstoff dienen.


Mit Hilfe der Steam Explosion wird das Stroh unter hohem Druck aufgebrochen, so daß die enthaltene Zellulose für die nachfolgende Verzuckerung mit Hilfe von Enzymen zugänglich gemacht wird. Die entstehenden Zuckermoleküle werden schlußendlich mit Hilfe von Hefen zu Bioethanol vergoren.


„Eine Steam Explosion-Anlage gibt es nur zweimal in Österreich. Es handelt sich dabei um eine umweltfreundliche und sehr effektive Methode, das Stroh aufzubrechen, um im Anschluß daran den Zucker daraus gewinnen zu können.“, freut sich der Forschungsleiter Dr. Alexander Jäger und fügt hinzu: „Denn als Alternativen stünden vor allem nur umweltschädliche Methoden, wie etwa die Säurebehandlung, zur Verfügung.“


Die FH OÖ ist mit rund 4.700 Studierenden, 7.000 alumni und mittlerweile 50 Bachelor- und Masterstudien die größte FH in Österreich. Das Angebot beinhaltet Vollzeitstudien genauso wie solche, die neben dem Job absolviert werden können.(ud)

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