Spitzennetzwerk für Innovationskraft

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Hans-Jürgen Cramer leitet deutsches Klima-Innovationszentrum des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie (EIT)



Hans-Jürgen Cramer, neuer Direktor des Deutschen Klima-Innovationszentrums des EIT. Foto: Bildschön.


Der frühere Chef der Vattenfall Europe AG und heutige Unternehmer und Berater im Bereich erneuerbare Energien Hans-Jürgen Cramer hat zum 1. September die Leitung des deutschen Klima-Innovationszentrums des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie (EIT) übernommen. Das EIT soll als europäisches Spitzennetzwerk die Innovationskraft der EU im Hinblick auf die Zukunftsthemen Klima, Nachhaltige Energieversorgung und Informations- und Kommunikationstechnologie stärken. Standort des deutschen Klima-Innovationszentrums ist seit September das Gelände des Europäischen Energie Forums (EUREF) in Berlin-Schöneberg, das erste CO2-neutrale Büroquartier Berlins. Hans-Jürgen Cramer leitet deutsches Klima-Innovationszentrum des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie (EIT)






Von Berlin aus sollen die deutschen Aktivitäten des EIT-Klimanetzwerks koordiniert werden, das aus mehreren „Climate-KICs“ (Knowledge and Innovation Communities) in ganz Europa besteht. Anwendungsnahe Forschung und Entwicklung sowie die Ausbildung hoch qualifizierter Nachwuchskräfte stehen dabei an erster Stelle. Ziel ist es, Innovationsprozesse für klimafreundliche Technologien und damit die Reduktion von Treibhausgasen zu beschleunigen. Gleichzeitig sollen intelligente Anpassungsinstrumente entwickelt werden, um die zu erwartenden Folgen von Klimaänderungen zu beherrschen.


„Die Frage der Zeit lautet nicht ‚Wer hat Schuld?‘, sondern ‚Wer kann was wie schnell tun, um die Erderwärmung zu begrenzen?‘“, sagt Hans-Jürgen Cramer. „Um technisch hocheffiziente Formen der CO2-Reduktion marktreif anbieten und den erneuerbaren Energien weltweit zum Durchbruch zu verhelfen, müssen die besten Kräfte aus Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Privatwirtschaft miteinander vernetzt werden“, so Cramer weiter. Der wirtschaftliche Erfolg dieser strategischen Partnerschaften sei dabei ebenso wichtig wie die ethische Ausrichtung des Vorhabens.


Ergebnisse der Arbeit können beispielsweise Lösungen zur Emissionsminderung in Städten oder auch die Entwicklung neuer Technologien zur Meerwasserentsalzung mit Solarkraft sein. „Wir müssen an intelligenten Systemen arbeiten, ihnen gehört die Zukunft in der Energieversorgung, im Städtebau und im Bereich Mobilität. Wichtig sind dabei kurze Wege, um Innovationen sehr schnell umsetzungsreif zu machen“, sagt Cramer. „Insofern ist – neben Bildung und Ausbildung allgemein – die Förderung von Startups in diesen Bereichen ein weiteres, sehr wichtiges Ziel!“


Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) Hans Joachim Schellnhuber, der zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats (Governing Board) des EIT-Klimanetzwerks gewählt wurde, sagt: „Angesichts des schleppenden Verlaufs der Verhandlungen um einen globalen Klimaschutzvertrag muss eine Nachhaltigkeitsrevolution ‚von unten‘ jetzt umso schneller an Fahrt gewinnen.“ Auch er sei überzeugt, dass unternehmerische Innovationen nur im Zusammenspiel von Wissenschaft und Wirtschaft funktionieren. „Wir freuen uns, mit Hans-Jürgen Cramer einen Spitzenmann aus der Wirtschaft gewonnen zu haben, der mit den realen unternehmerischen Verhältnissen vertraut ist und der erkennen kann, wo die größten Potenziale für wissenschaftlich-technischen Fortschritt liegen“, fügt Schellnhuber hinzu.


Auch die Metropol-Region Berlin/Brandenburg soll von dem Klima-Innovationszentrum profitieren und sich zu einem international bedeutenden Standort für klimabezogene Innovationen entwickeln. „Wir wollen den Innovationsfunken von den internationalen Forschungs- und Entwicklungsprojekten auch auf die regionale Wirtschaft von Berlin und Brandenburg überspringen lassen“, sagt Jörg Pietsch vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Er leitete den Aufbau des Klima-Innovationszentrums nach der positiven Auswahlentscheidung des EIT Ende 2009.


Das Klimanetzwerk des EIT wird von insgesamt 16 europäischen Top-Universitäten, Forschungsinstituten, Unternehmen und Regionen getragen. Das PIK ist neben der ETH Zürich und dem Imperial College London einer der fünf Initiatoren aus Wissenschaft und Forschung. Durch eine nationale Gesellschaft werden auch die Technische Universität Berlin, das Deutsche Geoforschungszentrum Potsdam, die Technische Universität München und das Forschungszentrum Jülich Teil des Netzwerks. Eingebunden ist auch der Klimacampus Hamburg. Neben dem Berliner Zentrum entstehen europaweit vier weitere Standorte des EIT-Klimanetzwerks, so genannte Co-Location Centers: in London, Zürich, Paris und bei Amsterdam.


Die entscheidenden industriellen Partner im Klimanetzwerk des EIT sind die Unternehmen Bayer, Beluga Shipping, Cisco, DSM, EDF, SAP, Schiphol Group, Shell, Solarvalley und Thales. Sie haben finanzielle und personelle Beiträge in Aussicht gestellt und wirken an der Aufbauarbeit des Netzwerkes mit.


Das EIT hat für sein Klimanetzwerk vier thematische Schwerpunkte gesetzt: Auswirkungen von Klimaänderungen einerseits und klimabeeinflussende Faktoren andererseits, klimafreundliche und angepasste Städte, nachhaltiges Wassermanagement sowie die Entwicklung kohlenstoffarmer Produktionswege. Mit hohem Aufwand wird zudem ein europaweites Programm zur „Entrepreneurial Education“ entwickelt, in dem wissenschaftliche Einrichtungen und industrielle Partner gemeinsam Führungskräfte als „Climate-Entrepreneurs“ ausbilden.


Hintergrundinformationen:


Die Gründung des EIT geht auf die Idee des Präsidenten der EU-Kommission José Manuel Barroso zurück, ein „europäisches Massachusetts Institute of Technology“ einzurichten. Dem amerikanischen Vorbild gelingt es besonders gut, Industrie und Wissenschaft zusammenzuführen und eine Vielzahl von Patenten zu entwickeln. Ziel der EU ist es, ihre Innovationskraft in besonders zukunftsrelevanten Entwicklungsfeldern durch die neue dezentral gestaltete Einrichtung zu stärken. Für die ersten drei Initiativen zu den Themenfeldern Klima, Nachhaltige Energieversorgung und Informations- und Kommunikationstechnologie stellt die EU-Kommission allein in den ersten vier Jahren jeweils etwa 100 Millionen Euro zur Verfügung. Die Partner des Klimanetzwerks erwarten, diesen Betrag durch Eigenbeiträge, Forschungsmittel der EU und nationale Budgets auf etwa eine halbe Milliarde Euro erhöhen zu können. Mittlerweile haben die Partner eine europaweit tätige Stiftung gegründet, die das Netzwerk trägt. Über eine nationale GmbH werden weitere deutsche Partner eingebunden. Diese Gesellschaft betreibt auch den deutschen Standort in Berlin.(rs)



www.eit.europa.eu


www.climate-kic-proposal.org



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