Neuauflage der QM-Norm für die Luftfahrt

Mit Freunden teilen-Es werden Daten an den Anbieter und ggf. weitere Dritte übertragen.

FlugzeugDie zivile Luftfahrtindustrie arbeitet an der Kapazitätsgrenze. Weltweit stark verzweigte Zulieferketten, innovative Produktionsverfahren und komplexe Produktionsbedingungen gilt es, qualitätsgesichert zu steuern, um Lieferengpässe und Schäden zu vermeiden. Die bevorstehende Neuauflage der QM-Norm für die Luftfahrt, EN 9100, reagiert auf für das veränderte Marktumfeld. Zur ILA Berlin Air Show 2016 zeigen Experten von DEKRA Certification Folgen für die Praxis auf.

„Der wachsende Fertigungsdruck lässt die Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Leistungsfähigkeit der Lieferkette deutlich steigen“, sagt Wolfgang Bott, Auditor und Luftfahrtexperte bei DEKRA Certification. „So gilt es, die voraussichtlich ab Herbst 2016 geltenden Änderungen für die QM-Systeme in der Luftfahrt-, Raumfahrt und Verteidigungsindustrie zu berücksichtigen.“

Die Neuauflage der ISO 9001:2015 hat Folgen für die Normenreihe EN 9100, nach der das Qualitätsmanagement der Luftfahrtindustrie ausgerichtet ist. Wesentliches Merkmal der Revision der zugrundeliegenden ISO 9001:2015 ist die Einführung einer übergeordneten Grundstruktur (High Level Structure) in zehn Norm-Abschnitten. Nach dieser Struktur sind neuerdings alle ISO-Standards aufgebaut, um die Integration und Kompatibilität mit anderen Managementsystemen zu vereinfachen. Die Folgen für die Luftfahrt sind unter anderem Anpassungen beim Wissensmanagement sowie beim Risikomanagement mit Regelungen für den Umgang mit gefälschten Bauteilen oder zur Vermeidung von mitunter folgenschweren Fremdkörpern in der Produktion.

Risikomanagement im Fokus

Ein besonderes Augenmerk legt die Norm beispielsweise auf Fremdkörper, die Schäden an Flugzeugen verursachen können, sogenannte Foreign Object Damage (FOD). Durch immer leistungsfähigere Triebwerke steigt die Gefahr, dass durch große Luftmengen selbst kleinste Fremdkörper in die Triebwerke eingesaugt werden und dort Schäden verursachen können. Um dies zu vermeiden, verlangt die Norm Präventionsmaßnahmen, um in allen Produktions- und Reparaturbereichen das Bewusstsein der Beschäftigten für eine hohe Arbeitsdisziplin zu schärfen, Gefahren für Fremdkörper zu erkennen und zu beseitigen

Nicht gereinigte Arbeitsplätze, falsche Arbeitskleidung oder Produktions­rückstände in Bauteilen können zu kostenintensiven Schäden, Lieferverzögerungen oder sogar zu Unfällen führen“, erläutert der Experte von DEKRA Certification. Die neue übergeordnete Struktur ist ein Meilenstein für die Praxis, da eine hohe Kompatibilität mit anderen QM-Systemen geschaffen wurde. „Außerdem erstrecken sich Risikoanalysen künftig über die gesamte Organisation eines Luftfahrtunternehmens und seine Interaktion mit dem Markt.“


Mit Freunden teilen-Es werden Daten an den Anbieter und ggf. weitere Dritte übertragen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert