Leuchtturm für Markt Bad Abbach

Leuchtturm für Optimierung einer Kläranlageauf der IFAT 2014 verliehen

Vor einem internationalen Fachpublikum wurde vergangene Woche Markt Bad Abbach mit dem landesweiten Preis „Leuchtturm 2014“ des Umweltclusters Bayern ausgezeichnet. Damit wurde die Signalwirkung der energetischen Optimierung der Kläranlage durch Nachrüstung einer anaeroben Klärschlammbehandlung herausgehoben.
IFAT Leuchtturm 2014Bei der energetischen Optimierung der Anlage wurde ein innovativer Ansatz verfolgt, bei dem auch Technologie aus dem Biogasbereich verwendet wurde, was künftig in weiteren Kläranlagen zum Einsatz kommen könnte. „Wir sind stolz darauf, dass unsere Kläranlage für den Preis Leuchtturm 2014 ausgewählt wurde und würden uns freuen, wenn die Konzeption dahinter bayernweit Nachahmer finden würde,“ so Christian Hanika, zweiter Bürgermeister von Markt Bad Abbach in seiner Ansprache.
Dr. Claudia Reusch, Geschäftsführerin des Umweltclusters Bayern, betonte bei der Übergabe die ökonomische, ökologische und soziale Leuchtturmwirkung des Projekts. „Nicht nur für Bad Abbach, sondern für die gesamte Wasserwirtschaft ist die energetische Optimierung der Kläranlage ein wichtiges Projekt. Die Erkenntnisse daraus werden künftige Umbauten und Ertüchtigungen kleinerer Anlagen maßgebend beeinflussen. Die Anlage wurde bereits erfolgreich in Betrieb genommen und arbeitet wirtschaftlich. Durch die innovative Übertragung von Technologien aus anderen Umwelttechnologiebereichen konnten neue Anwendungen geschaffen und eine deutliche Reduktion der Energiekosten erreicht werden. Bad Abbach hat gezeigt, dass Sanierungen kein notwendiges Übel sein müssen sondern eine Chance sind, künftig Kosten zu sparen und zusätzlich für die Umwelt und die Gemeinde etwas Positives zu tun,“ so Dr. Reusch.

Der Markt Bad Abbach hatte sich entschlossen, von der energieintensiven aeroben, simultanen Schlammstabilisierung auf eine anaerobe Klärschlammbehandlung umzusteigen. Dazu wurde die gesamte Anlage energetisch optimiert: ein Vorklärbecken für den Primärschlamm wurde neu gebaut und ein Maschinenhaus für Schlammpumpwerk, Gebläse, Gasverstromung und Schlammentwässerung neu errichtet. Herzstück der Maßnahme war der Neubau eines Faulbehälters in kostengünstiger Stahlbauweise auf einer Stahlbeton-Bodenplatte, bei dem ein innovativer Ansatz verfolgt wurde. Hier wurden kostengünstige Komponenten aus dem Biogasbereich für den Einsatz auf Kläranlagen adaptiert, so dass die seit mehr als 100 Jahren für größere Anlagen eingesetzte Faulbehältertechnologie nun auch für kleinere Anlagen wirtschaftlich interessant wird. Dieser ist entsprechend gedämmt und mit der Steuerung der Gesamtanlage optimal abgestimmt und kann durch die Verstromung des anfallenden Klärgases den Energiebedarf der Kläranlage bis zu 60% decken. Zusätzlich wurde der CO2 Ausstoß um 148 t/a reduziert und die Treibhausgasemissionen signifikant verringert. Die Maßnahme wird wissenschaftlich begleitet, um die Übertragbarkeit auf andere kleinere Kläranlagen aufzuzeigen.

www.umweltcluster.net

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