Energieeinsparung zum Nachrüsten

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Kleinbauteil aus dem Hause Rieter senkt Energiekosten bis zu zwei Drittel

Iris Biermann, Senior Marketing Manager bei Rieter

Iris Biermann, Senior Marketing Manager bei Rieter: „Bei der Forschung an und der Entwicklung von Maschinen ist es wichtig, dass deren Hersteller einen ganzheitlichen Designansatz verfolgt, weil sich so schon von Beginn an die gesamte Maschine unter Aspekten wie Energieeffizienz entwickeln und später bauen lässt.“

Die traditionsreiche Rieter Maschinenfabrik AG, deren Deutschlandniederlassung Rieter Ingolstadt GmbH im VDMA engagiert ist, hat ein nur wenige Zentimeter großes Bauteil für Textilmaschinen mit enormem Nachhaltigkeitspotenzial entwickelt. Das Abzugsröhrchen zum Einsatz in Ringspinnanlagen zur Garnherstellung kann bis zu 70 Prozent der anfallenden Energiekosten einsparen. Senior Marketing Manager Iris Biermann erläutert die technologischen Finessen hinter der enormen Einsparleistung sowie den ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz des Weltmarktführers von Textilmaschinen und -komponenten für die Kurzstapelfaser-Spinnerei.

Ein Abzugsröhrchen zur Verbesserung der Energieeffizienz von Ringspinnmaschinen, für das Ihr Unternehmen 2013 den Schweizer Energiepreis „Watt d’Or“ erhalten hat.
Ja, ein kleines Bauteil von 15 Zentimeter mit verblüffender Wirkung, das wir in bestehende Maschinen integrieren können, mittlerweile aber auch standardmäßig in unseren neuen Anlagen implementiert haben. An jeder Spinnstelle befindet sich eine Vorrichtung für das Absaugen von sogenannten Fadenbrüchen – das Absaug-
röhrchen. Im normalen Spinnbetrieb sind dieser Querschnitt und die entsprechende Luftmenge, die dauernd abgesaugt wird, viel zu groß. Das innovative Absaugröhrchen ECOrized besitzt eine leichte Kunststoffklappe, die eine markante Energie- und Kosteneinsparung ermöglicht. Sie schwebt im Luftstrom der Absaugung ohne das Garn zu berühren. Für das Absaugen bei Fadenbruch reicht die verkleinerte Absaugöffnung und die deutlich geringere Luftmenge völlig aus. Wird mehr Luft benötigt, öffnet sich die Klappe und der benötigte Lufthaushalt ist wieder vorhanden.

„Abzugsröhrchen“: Kleines Bauteil, große Energieeffizienz: Das Abzugsröhrchen aus dem Hause Rieter hilft bis zu zwei Drittel Energie sparen

„Abzugsröhrchen“: Kleines Bauteil, große Energieeffizienz: Das Abzugsröhrchen aus dem Hause Rieter hilft bis zu zwei Drittel Energie sparen.

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Grafik

Geben Sie uns einen kurzen Überblick über das Tätigkeitsfeld Rieters.
Wir entwickeln und fertigen Anlagen, Maschinen und Technologiekomponenten für die Verarbeitung von Naturfasern und synthetischen Fasern sowie deren Mischungen zu Garnen. Im Bereich der Kurzstapelfaser-Spinnerei zur Herstellung von Garnen, aus denen dann Bekleidungs-, Heim-, und technische Textilien produziert werden, sind wir ein führender Anbieter am Weltmarkt und statten den Großteil der weltweiten Spinnereien mit unseren Anlagen aus. Hauptmärkte in 2014 waren die Türkei, USA und China. Unsere Kunden setzen vor allem deshalb auf uns, weil wir als einziges Unternehmen sämtliche der vier am Markt befindlichen Endspinnverfahren – das Ring-, Kompakt-, Rotor- und Luft-Spinnen – anbieten sowie den gesamten Spinnerei-Prozess vom Baumwollballen bis zum fertigen Garn abdecken. Dieser Blick in die technologische Breite verschafft uns enorme Vorteile bei der Optimierung von Abläufen und Maschinen auch in punkto Nachhaltigkeits-Aspekten, wie wir es ja mit unserem „Suction Tube ECOrized“ zeigen konnten.

Tradition und Nachhaltigkeit spielen bei den 4.700 Rieter-Mitarbeitern eine große Rolle. Wie erklärt sich diese Werte-Partnerschaft?
Der Grundstein des Unternehmens wurde bereits 1795 gelegt. In unserer 220-jährigen Geschichte haben viele Veränderungen in unserem Umfeld stattgefunden. Solche Phasen meistert ein Unter-
nehmen, wenn es sich nicht nur theoretisch, sondern konsequent praktisch den Anforderungen der jeweiligen Zeit stellt. Das Thema Nachhaltigkeit haben wir schon lange als ein wichtiges erkannt, dem wir uns als Unternehmen ganzheitlich verpflichtet fühlen und auch verschrieben haben. Deshalb bilden unsere Tradition, also Bewährtes aus der Vergangenheit, und Nachhaltigkeit, also das Bewahren etwa von Ressourcen für die Zukunft, bei uns eine sinnvolle Werte-Gemeinschaft.

Sie verfolgen sogar eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie.
Wir veröffentlichen seit 2011 einen umfassenden und eigenständigen Nachhaltigkeitsbericht für das jeweilige Vorjahr. Wir bekennen uns darin zu ambitionierten ökonomischen Zielen, aber auch zu ökologischer und sozialer Verantwortung. Unser konsequent verfolgter ganzheitlicher Ansatz schließt die Personalebene, also den verantwortungsbewussten Umgang mit Mitarbeitern, Kunden und Zulieferern, ebenso mit ein wie unsere Produkte sowie deren Entwicklungs- und Herstellverfahren, die strengen Anforderungen bezüglich Umweltverträglichkeit genügen müssen. Durch einen uns selbst auferlegten umsichtigen Umgang mit der Umwelt und natürlichen Ressourcen streben wir eine kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz sowohl unserer eigenen Produktionsverfahren als auch der von uns hergestellten Textilmaschinen und -komponenten an.

„Spinnanlage“: Gewaltige Ausmaße: Maschinen zur Herstellung von Garnen umfassen nicht selten Hunderte Quadratmeter Fläche

Gewaltige Ausmaße der Spinnanlage: Maschinen zur Herstellung von Garnen umfassen nicht selten Hunderte Quadratmeter Fläche

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Bilder: Rieter Maschinenfabrik AG

Klingt zunächst überzeugend, aber sehen das die Kunden auch so?
Lassen Sie es mich anhand eines Beispiels erläutern: Ein Baumwollgarnhersteller aus Usbekistan war zunächst skeptisch, ob er seine Ringspinnanlagen mit unserem Abzugsröhrchen ausrüsten soll. Ein Umrüsten erschien ihm schlicht zu teuer. Also ließ er, auf unsere Bitte hin, testweise zunächst eine einzelne Maschine damit ausstatten – und rief eine Woche später an, um seine rund 20 anderen Maschinen ebenfalls damit nachzurüsten. Was war passiert? Dem Hersteller war aufgefallen, dass er über 70 Prozent Energie einsparen konnte – was sich zudem rechnete, weil Energiekosten ein wesentlicher wirtschaftlicher Faktor ist. So ist die Verbesserung der Energieeffizienz eine echte Win-Win-Situation: Der Unternehmer spart Geld durch sinkende Energiekosten und auch der Nachhaltigkeitsaspekt ist berücksichtigt.

Als VDMA-Mitglied ist Ihr Unternehmen auch in der Nachhaltigkeitsinitiative des Verbandes, „Blue Competence“, engagiert.
Mit unserer Teilnahme an dem Programm zeigen wir, dass wir seit Jahrzehnten unseren Entwicklungs-
fokus auf die Reduktion des Energieverbrauchs und hohe Materialausnutzung legen. Der praxisbezogene Ansatz des VDMA, anhand von Echtbeispielen aufzuzeigen, wie hoch etwa die Verbrauchsreduktion durch die Installation einer Neuanlage ist, entspricht genau unserer Philosophie: Nicht theoretisch Werte zeigen, sondern durch harte Fakten aus der Praxis beweisen, dass Nachhaltigkeit funktioniert.

www.rieter.com

 

Dieser Beitrag steht zur redaktionellen Verwendung im Pressedownload zur Verfügung.


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