Elektroschrott wird immer kostbarer

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elektroschrottDer Markt für Unterhaltungselektronik boomt: Rund 60 Millionen Fernsehgeräte wurden im letzten Jahr in Europa verkauft. Früher oder später werden sie zurückkehren – als Elektroschrott. Die Recycling-Industrie hat darauf reagiert: Kupfer, Aluminium, Eisen- und Edelmetalle sowie ausgewählte Kunststoffe werden bereits wiederverwertet. Allerdings gehen noch immer wertvolle Materialien verloren. Das soll das Projekt CloseWEEE nun ändern, gefördert mit knapp sechs Millionen Euro. Das Ziel ist es, die Kreislaufwirtschaft zu fördern und dafür Experten aus ganz Europa zusammenzubringen. Die Stoffe sollen erst wiedergewonnen und dann ihren Weg zurück in die Produktion finden.

Ein essentieller Schritt: Den Mitarbeitern der Entsorgungsunternehmen muss die Zerlegung der Elektro-Geräte erleichtert werden. Denn die stehen täglich einer Masse an unterschiedlichem Schrott gegenüber – vom Kühlschrank bis zum Laptop. Statt umständlich zu recherchieren, soll eine Online-Datenbank Anleitungen liefern, um die Geräte zügig auseinanderzubauen und zu zerlegen. Die technischen Besonderheiten der einzelnen Hersteller sollen dabei ebenso berücksichtigt werden. Laptop ist schließlich nicht gleich Laptop. Recycler Information Center heißt dieser Online-Ratgeber, der von iFixit zusammen mit dem Demontage- und Recycling-Zentrum in Wien entwickelt wird.


Die Qualität entscheidet

Wie können hochwertige Kunststoffe aus Altgeräten aufbereitet werden, ohne dass sie an Qualität einbüßen? Auch diesen Fragen widmet sich CloseWEEE. Denn die Qualität des recycelten Materials ist entscheidend für seine Zukunft. Als potenzieller Abnehmer bringt der TV-Hersteller TP Vision seine Expertise ein und legt die qualitativen Anforderungen fest. Der Recycling-Experte Accurec wiederum nimmt sich der Rückgewinnung kritischer Rohstoffe aus Batterien an. Das Ziel: Wertvolle Minerale wie zum Beispiel Graphit sollen durch innovative Recycling-Prozesse quasi gerettet und wieder in den Kreislauf gebracht werden.

Das Fraunhofer IZM koordiniert das Projekt und bringt umfassende Kenntnis neuester Produkttechnologien ein. Die Ergebnisse sollen unter anderem in Beschaffungsrichtlinien einfließen, um die Nachfrage nach umweltverträglichen Lösungen zu stärken. „Die Recycling-Unternehmen haben nun online die Möglichkeit, sich unverzüglich Informationen und Anleitungen für den Zerlegungsprozess der Elektrogeräte zu beschaffen. Das bringt einen Hauch von Industrie 4.0 in den Recycling-Prozess“, erklärt Karsten Schischke, Forscher am Fraunhofer IZM, der das Projekt koordiniert. Für seine Kollegin Gergana Dimitrova liefert das Projekt einen wichtigen Beitrag, die Recycling-Lücke in der Kreislaufwirtschaft zu schließen, technisch wie ökonomisch. „Der Rückfluss großer Materialmengen in die Produktion kann so viel besser gesteuert werden“.


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