Digitalisierung in der Abfallwirtschaft: Wie Online-Portale die Containerbestellung verändern 

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Digitalisierung in der Abfallwirtschaft: Wie Online-Portale die Containerbestellung verändern

Wer auf Baustellen, bei Sanierungen oder im laufenden Gewerbebetrieb Abfälle entsorgen muss, steht häufig vor denselben Fragen: Welcher Container ist der richtige? Welche Abfallart darf eingefüllt werden? Und welcher Anbieter ist zuverlässig, verfügbar und preislich fair? Lange Zeit wurden diese Fragen telefonisch, per E-Mail oder über persönliche Kontakte geklärt – ein Prozess, der zeitaufwendig, wenig transparent und fehleranfällig sein kann.

Mit der fortschreitenden Digitalisierung verändern sich diese Abläufe jedoch grundlegend. Insbesondere Online-Portale zur Containerbestellung gewinnen an Bedeutung. Sie bündeln Informationen, standardisieren Prozesse und schaffen Transparenz in einem Markt, der bislang stark fragmentiert war.

Digitale Vergleichsportale als Antwort auf komplexe Entsorgungsprozesse

Containerdienste agieren in einem anspruchsvollen Umfeld: unterschiedliche Abfallarten, regionale Preisstrukturen, gesetzliche Vorgaben und logistische Anforderungen treffen auf einen hohen Zeitdruck bei Kunden. Digitale Plattformen setzen genau hier an. Sie ermöglichen es, Containergrößen, Abfallarten, Preise und regionale Anbieter zentral darzustellen und vergleichbar zu machen.

Ein Beispiel dafür ist das Containerdienst-Portal (https://www.containerdienst-portal.de). Solche Plattformen bündeln die Angebote regionaler Entsorgungsunternehmen und ermöglichen eine strukturierte, digitale Anfrage und Beauftragung – ohne den klassischen Abstimmungsaufwand per Telefon oder E-Mail.

Im Vergleich zum Jahresdurch -schnitt steigt das Abfall-aufkommen rund um die Feier-tage und insbesondere zu Silvester deutlich – sowohl durch Veranstaltungen als auch durch private Feiern, bestätigt Andreas Neuge-bauer. (Bild: Privat)
(Bild: Neugebauer)

Der Vorteil für Anwender liegt auf der Hand: Statt mehrere Anbieter einzeln zu kontaktier- en, erhalten sie eine übersichtliche Marktübersicht und können auf Basis klarer Kriterien entscheiden. Gleichzeitig profitieren Entsorgungsbetriebe von einer standardisierten Auftragsannahme und besser planbaren Prozessen, erklärt Andreas Neugebauer, Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft (IHK).

Mehr Transparenz bei Preisen, Leistungen und Abfallarten

Ein zentraler Mehrwert digitaler Containerportale ist die Transparenz bei der Preisgestalt- ung. Containerpreise setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen: Transport- und Logis- tikkosten, Art und Menge des Abfalls, Entsorgungs- und Recyclinggebühren, Standzeit- en sowie gesetzliche Nachweispflichten.

„Damit Auftraggeber nachvollziehen können, warum Preise variieren, ist ein Blick in die Kalkulation entscheidend“, erklärt Neugebauer. „Digitale Lösungen machen diese Kosten- bestandteile sichtbar und helfen Kunden, Entsorgungsleistungen besser zu verstehen und realistisch zu planen.“

Gerade bei Bau- und Abbruchabfällen oder gemischten Abfällen entstehen Mehrkosten häufig durch falsche Einschätzungen der Abfallarten oder Mengen. Digitale Bestellprozesse mit klaren Auswahlmöglichkeiten reduzieren dieses Risiko deutlich.

Planungssicherheit in Spitzenzeiten – etwa rund um den Jahreswechsel

Besonders deutlich zeigt sich der Nutzen digitaler Planungstools in Zeiten erhöhten Abfallaufkommens. Rund um Feiertage und den Jahreswechsel steigt die Nachfrage nach Entsorgungsleistungen regelmäßig an – sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich.

„Gerade zum Jahreswechsel sind Entsorgungsbetriebe stark ausgelastet“, so Neugebauer weiter.[1] „Wer frühzeitig plant, Abfallarten sauber definiert und ausreichend Stellflächen berücksichtigt, vermeidet Engpässe und unnötige Zusatzkosten.“

Digitale Portale unterstützen diese Planung, indem sie Verfügbarkeiten transparent darstellen und frühzeitig auf mögliche Kapazitätsengpässe hinweisen. Das erleichtert nicht nur die Organisation, sondern sorgt auch für realistischere Zeit- und Kostenkalkulationen.

Digitalisierung für mehr Nachhaltigkeit

Der Markt für digitale Containerdienste hat sich etabliert. Online-Plattformen ermöglichen es, Container rund um die Uhr zu buchen; digitale Workflows, GPS-Tracking und erste IoT-Anwendungen sind zunehmend verbreitet.

Altfenster nach dem Ausbau
(Bild: umweltdienstleister.de)

Nachhaltige Entsorgung beginnt bei der richtigen Trennung. Unternehmen, die Abfälle sauber erfassen und frühzeitig planen, erhöhen Recyclingquoten und senken langfristig Kosten. Digitale Lösungen helfen dabei, Prozesse effizienter zu steuern und Entsorgungswege nachvollziehbar zu dokumentieren.

Das Thema Digitalisierung in der Kreislaufwirtschaft hat der Bitkom in verschiedenen Publikationen und Positionspapieren behandelt. Es gibt jedoch keine einzelne, dedizierte „Studie über Digitalisierung in der Kreislaufwirtschaft und Entsorgung“ exklusiv vom Bitkom, sondern das Thema wird im Kontext von Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und spezifischen Branchen (wie der Abfallwirtschaft) betrachtet, weiß BDE-Pressesprecher Dirk Böttner-Langolf.

In der Entsorgungs- und Recyclingbranche unterscheiden sich die rechtlichen Pflichten je nach Abfallstrom und Tätigkeit. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) bildet den Rahmen, weitere Anforderungen ergeben sich aus spezifischen Verordnungen und Fachgesetzen (z. B. Gewerbeabfallverordnung, Nachweisverordnung, ElektroG, BattG, BioAbfV). Beispiele hierfür sind Gewerbliche Siedlungsabfälle, Bau- und Abbruchabfälle mit Vorgabe zur getrennten Sammlung von bis zu zehn Stofffrak- tionen. Bei unvermeidbaren Gemischen gilt eine verpflichtende Vorbehandlung mit einer Sortierquote von 85 Prozent und einer Recyclingquote von mindestens 30 Prozent und gefährliche Abfälle.

Rechtlicher Rahmen bleibt entscheidend

In der Entsorgungs- und Recyclingbranche unterscheiden sich die rechtlichen Pflichten je nach Abfallstrom und Tätigkeit. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) bildet den grundlegenden Rahmen, weitere Anforderungen ergeben sich aus spezifischen Verordnungen und Fachgesetzen, unter anderem der Gewerbeabfallverordnung, der Nachweisverordnung, dem ElektroG, BattG oder der Bioabfallverordnung.

Beispiele hierfür sind gewerbliche Siedlungsabfälle sowie Bau- und Abbruchabfälle mit der Vorgabe zur getrennten Sammlung mehrerer Stofffraktionen. Bei unvermeidbaren Gemischen gilt eine verpflichtende Vorbehandlung mit festgelegten Sortier- und Recyclingquoten. Digitale Systeme können dabei helfen, diese Anforderungen einzuhalten und die notwendigen Nachwei- se strukturiert zu dokumentieren.

Typische Fehler in der Praxis

„Ein häufiger Fehler ist die falsche Einschätzung der Abfallmenge oder der Abfallarten“, berichtet Neugebauer. „Oft wird zu klein geplant oder Abfälle werden nicht sauber getrennt, was im Nachgang zu Nachsortierungen und Mehrkosten führt. Auch Genehmigungsfragen für Container auf öffentlichem Grund werden teilweise zu spät berücksichtigt.“ Digitale Bestellprozesse mit klaren Auswahlhilfen und Hinweisen können dazu beitragen, diese Fehler zu vermeiden und Entsorgungsprozesse von Beginn an sauber aufzusetzen.

Kreislaufwirtschaft und zirkuläres Bauen

Die Kreislaufwirtschaft in der Baubranche & zirkuläres Bauen hat in den letzten Jahren an Bedeutung zugenommen, dass bestätigen verschiedene Erhebungen, so Böttner-Langolf. „Das Thema zirkuläres Bauen hat erheblich an Relevanz gewonnen. Mehrere Branchenanalysen – u. a. über der Informationsdienst Kreislaufwirtschaft BAU – zeigen eine wachsende Dynamik bei Wiederverwendung, digitaler Erfassung und hochwertiger Verwertung von Bauprodukten.“

Zentrale Erkenntnisse und Materialien (Site:bitkom.org) legen die Positionspapiere zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) dar: Der Bitkom hat Vorschläge für eine erfolgreiche Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie veröffentlicht. Darin wird die Notwendigkeit betont, digitale Technologien und Konzepte in Produkte und Dienstleistungen zu integrieren, um eine Vorreiterrolle einzunehmen.

Studie „Digitalisierung und Nachhaltigkeit in der Wirtschaft“: In dieser allgemeinen Studie wurde unter anderem festgestellt, dass digitale Lösungen als Hebel zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen, einschließlich der Kreislaufwirtschaft, gesehen werden. Es gibt aber auch Defizite, zum Beispiel bei der korrekten Entsorgung von Elektroschrott.

Innerhalb des Bitkom gibt es ein eigenes Gremium zur Digitalisierung & Nachhaltigkeit, dass sich mit diesen Themen befasst und fortlaufend neue Impulse setzt. Eine umfassendere Studie zu den Klimaeffekten der Digitalisierung beleuchtet ebenfalls, wie digitale Technologien zur Ressourceneffizienz beitragen können.

Einordnung zum Jahreswechsel

[1] Für den Jahreswechsel über Weihnachten 2025 und insbesondere Silvester (31. Dezember 2025 / 1. Januar 2026) vermeldete der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) bundesweit zwar einen leichten Rückgang der Abfallmengen, vorläufige Zahlen zum Abfall- bzw. Müllaufkommen zeigen jedoch, was rund um Silvester in den Innenstädten anfiel – ein Zeitraum, in dem traditionell besonders viel Abfall durch Feuerwerksreste, Glasbruch und Party-Abfälle entsteht. Dabei fielen in den Großstädten Hamburg, Berlin, München und Frankfurt am Main rund 177 Tonnen an.

Mehr über Andreas Neugebauer (Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft (IHK) https://www.linkedin.com/in/andreas-neugebauer-906a37378/

Mehr: https://www.containerdienst-portal.de/

Externe Studien zum Thema

„Digitale Transformation in der Abfallwirtschaft“ (BDSV): Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDSV) hat 2019 eine Studie veröffentlicht, die sich explizit mit der Digitalisierung der Abfallwirtschaft befasst.

„Die digitale Circular Economy“ (Friedrich-Ebert-Stiftung und Cradle to Cradle NGO): Eine Studie aus dem Jahr 2023, die die Verbindung von Digitalisierung und zirkulärer Wertschöpfung untersucht.

„Ressourceneffizienzpotenziale durch digital gestützte zirkuläre Maßnahmen“ (VDI ZRE im Auftrag des BMUV): Eine detaillierte Untersuchung der Potenziale digitaler Maßnahmen für die Ressourceneffizienz in der Kreislaufwirtschaft.

Rückfragen für die Presse: 030 91 462 523

Belegexemplar erbeten an:
123Media
Sebastian Langer
Bremer Straße 21
12623 Berlin


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