Architektur und Gesellschaft im Gespräch

Architekturkolloquium »green architecture experience«

 

Die erste öffentliche Präsentation von bauhaus.ifex fand im Rahmen der summaery2013 mit der Projektion der »fassaden-maschine« statt (Copyright: Bauhaus-Universität Weimar, Foto: Thomas Müller)

Zeitgenössischen Fragestellungen der Architektur und Gesellschaft widmet sich am 5. November 2013 das Kolloquium »green architecture experience« an der Bauhaus-Universität Weimar. Die Veranstaltung bildet den Rahmen für die offizielle Gründung des »bauhaus-instituts für experimentelle architektur« (bauhaus.ifex) an der Fakultät Architektur und Urbanistik.

 

 

In den Mittelpunkt seiner Vorhaben stellt das Institut das Experiment im Maßstab 1:1 und verortet sich damit in der Tradition der experimentellen Arbeitsweise am historischen Bauhaus. »Die in den vergangenen Jahren erfolgreich realisierten Experimentalbauten Screenhaus.SOLAR, x.stahl und green:house demonstrieren öffentlichkeitswirksam, welche architektonischen Konzepte in der Zukunft denkbar sind. Ähnliche Vorhaben sind bereits in der Planung und allesamt in größere Forschungsvorhaben eingebettet«, erläutert Prof. Jürgen Ruth, einer der Gründungsdirektoren des bauhaus.ifex.

 

Prof. Walter Stamm-Teske, ebenfalls Gründungsdirektor des Instituts, fügt hinzu: »Die Rahmenbedingungen für die Architektur haben sich in den letzten Jahren rasant geändert. Bei den Projekten des bauhaus.ifex legen wir deshalb besonderes Gewicht auf Ansätze, die gegenwärtige gesellschaftliche Entwicklungen aufgreifen und konsequent nachhaltig weiter denken.«

 

Für das ganztägige Auftaktkolloquium des Instituts am 5. November wurden hochkarätige externe Referenten aus Architektur und Ingenieurwesen gewonnen. So wird Prof. Dirk Henning Braun vom Lehrstuhl für Gebäudetechnologie an der RWTH Aachen über bionisch inspiriertes Design in der Architektur sprechen. Prof. Braun erforscht seit langem die Folgen des Klimawandels und daraus resultierende Fragestellungen an die Architektur und war, bevor er sein eigenes Büro gründete, bei Foster und Partners an verschiedenen internationalen und interdisziplinären Projekten beteiligt.

 

Andreas Krombholz aus dem Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik in Halle thematisiert einen weiteren Aspekt nachhaltiger Architektur und erläutert, wie Baustoffe aus regenerativen Quellen gewonnen werden können. Zugleich wird er anhand von konkreten Baustoffen Lösungen vorstellen, wie erdölbasierte Rohstoffe durch eine neue Bioökonomie ersetzt werden können.

 

Darüber, wie der demographische Wandel als Chance zu begreifen ist und mit welchen Konzepten wir auf unsere alternde Gesellschaft reagieren können, referiert Prof. Christoph Englert vom Leibniz-Institut für Altersforschung in Jena.

 

Zu dem Kolloquium präsentiert außerdem Architekturstudent Martin Breuer erstmalig seine ungewöhnliche Masterarbeit »Plants and Machines« in der Öffentlichkeit. In dem computergesteuerten Ökosystem verbindet er in einem geregelten Kreislauf Pflanzbecken und Fischaquarium. Der Mehrwert für die Umwelt entsteht hierbei durch die Produktion von biologisch hochwertigen, gesunden Nahrungsmitteln, wie zum Beispiel Tomaten, Salat und Kräutern im unmittelbaren Wohnumfeld – unter höchst effizient eingesetztem Fischfutter.

 

Das vollständige Programm der Veranstaltung mit allen Referentinnen und Referenten finden Sie auf der Website des bauhaus.ifex. Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten unter: bauhaus.ifex@uni-weimar.de

 

Architekturkolloquium »green architecture experience«

5. November 2013

10 bis 20 Uhr

Bauhaus-Universität Weimar, Oberlichtsaal

Geschwister-Scholl-Straße 8, 99423 Weimar

http://www.uni-weimar.de/ifex