Tiefbauarbeiten zur Schwammstadt verändern Quartiere

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Beim Umbau zur Schwammstadt und der kommunalen Wärmeplanung werden sich durch die notwendigen Tiefbauarbeiten auch das Stadtbild von Kommunen und Quartieren stark verändern. Damit die Baustellenlogistik in einem vertretbaren Rahmen bleibt, hat ein Unternehmen aus Delbrück eine Verfahren entwickelt, um den anfallenden Aushub als Flüssigboden aufzubereiten und wieder zu verwenden. Bei der Umgestaltung eines Sportplatzes zur Energiequelle in Berlin, geht das Unternehmen noch einen Schritt weiter. Mit einem Energiemonolith wird der Sportplatz auch im Winter bespielbar sein.

Schwammstadt gegen den Hitzestress

Berlin und viele andere Städte reagieren auf den Hitzestress und Extremwetterereignisse mit Klimaanpassungsgesetzen. Diese sollen die aufgeheizten Städte und Quartiere mit Maßnahmen der Entsiegelung, mehr Stadtgrün und Regenwasser- nutzung entlasten und somit erträglicher machen. Durch die anfallenden Bauprojekte beim Umbau zur Schwammstadt und zum Ausbau der kommunalen Wärmeplanung werden die anfallenden Tiefbauarbeiten innerhalb von 20 Jahren nach Schätzungen 900.000 m³ Erdaushub mit entsprechender Baustellenlogistik veranlassen. Dabei werden zirka 300 km Straßen bei einer durchschnittlichen Breite von 2 m und 1,5 m Tiefe Baugräben oder Versickerungs-körpern angenommen. „Ein typischer Sattelkipper transportiert etwa 12–18 m³ Boden. Daraus ergeben sich rund 50.000 bis 75.000 Lkw-Ladungen mit Rückfahrten insgesamt etwa 100.000 bis 150.000 Lkw-Fahrten. Dies führt zu einer hohen Belastung der Anwohner, die durch die Verwendung unseres aufbereiteten Flüssigbodens vermieden werden kann, so Martin Lenzmeier, Geschäftsführer Flüssigboden OWL GmbH & Co. KG.

Spreepark Berlin: Leuchtturmprojekt für den Berliner Senat

Einbau eines Mall-Regenspeichers (Bild: Mall) Innerhalb kürzester Zeit sitzen Regenspeicher und Konus an Ort und Stelle. Die fugenlosen Stahlbetonbehälter von Mall sind glatt, robust und sicher – mit 30 Jahren Garantie auf den Werkstoff Beton.

Die Umgestaltung des Berliner Plänterwaldes im Stadtbezirk Treptow-Köpenick soll für den Berliner Senat ein Leuchtturm mit bundesweiter Schwammstadt-Strahlkraft werden. Daran beteiligt ist auch die MALL GmbH.
Mit dem Konzept des Spreeparks werden wir im Rahmen des „Masterplan Wasser“ aus dem Jahr 2022 die Ableit- ung des Niederschlagswassers in die Spree stoppen und stattdessen eine dezentrale Wasserbewirtschaftung vor Ort ermöglichen, so Markus Böll, Mall Presse- sprecher. Als Kernelement und wesentlicher Baustein des Niederschlagskonzeptes ist ein Wasser- becken mit einer Fläche von circa 3.000 m² zu Füßen des Riesenrads bis zur Eröffnung im Sommer 2027 geplant. „Durch die Lage des Parks in der Berliner Trinkwasserschutzzone III B müssen besondere Maß- gaben für die Versickerung beachtet werden. Eine Herausforderung für alle Beteiligten, da sich die bestehenden Regelwerke teilweise gegenseitig behindern. Mit der hervorragend- en Zusammenarbeit des Berliner Senats, sehen wir uns in die Lage versetzt, an einem weiteren Meilenstein in der Berliner Klimapolitik mitzuwirken“, freut sich Böll.

Flüssigböden verkürzen Bauzeit-Zement gespart

Das Flüssigboden Team auf der IFAT 2026 mit Martin Lenzmeier unten / Quelle: Uwe Manzke

Der Umbau zur Schwammstadt einer Millionenstadt wie Berlin ist nicht nur ein wasserwirtschaftliches Großpro- jekt, sondern auch eine logistische Herausforderung. Versickerungsanlagen, unterirdische Retentionsräume, Kanalbau, größere Baumgruben und neue Leitungsführungen erfordern umfangreiche Erdarbeiten. Je nach Ausbaustandard könnten allein in Berlin im Laufe mehrerer Jahrzehnte zwischen zehn und dreißig Millionen Kubikmeter Boden bewegt werden. Bei einer Transportkapazität von rund 15 Kubikmetern pro Lastwagen entspräche dies etwa 700.000 bis zwei Millionen Lkw-Ladungen. Einschließlich der Leerfahrten wären somit insgesamt rund 1,4 bis vier Millionen Lkw-Fahrten erforderlich.

Mit einer modernen Lösung für den Tief- und Hochbau sowie schwer zugängliche Baustellen ist die vor vier Jahren von Dominik Sönning und Martin Lenzmeier gegründete Flüssigboden OWL GmbH & Co. KG aus Delbrück angetreten und hat sich heute als Lösungspartner bei der Umgestaltung von Kommunen mehrfach bewährt.

“Durch Fachkräftemangel, den es auch in der Tiefbaubranche gibt, laufen die Bauprojekte hinsichtlich der Bauzeit oftmals aus dem Ruder und verteuern die Baukosten zusätzlich, ist von unseren kommunalen Auftraggebern immer wieder zu hören”, so Lenzmeier. Eine mehrfach bewährte Alternative sind Flüssigböden für Tief-, Leitungsbau und Baugruben. Flüssigboden ist ein moderner, temporär fließfähiger Verfüllbaustoff mit verminderten Zementanteil, der aus dem Aushub auf der Baustelle aufbereitet und wiederverwendet wird, der witterungs- und temperaturabhängig bereits nach 12 Stunden wieder voll belastet werden kann. Inzwischen gelten die Lösungen nicht nur im Tiefbau als eine nachhaltige und technisch zuverlässige Alternative zu klassischen Verfüllverfahren. Als Flüssigboden OWL entwickeln und produzieren wir Systemlösungen, die als Flüssigboden direkt auf der Baustelle individuell an Bodenart, Projektanforderungen und Infrastruktur angepasst werden und so auch die Bauzeit verkürzen. Bei der Umgestaltung der Kommunen zur Schwammstadt, gelten wir heute als Lösungsent- wickler mit einem schlagkräftigen Team bundesweit vor Ort. Unsere selbstentwickelten Anlagen können durch eine optimierte Produktionstechnik mit Produktionsleistungen von über 100 m³ Flüssigboden pro Stunde individuell an unterschiedliche Bodenarten angepasst – egal ob sandig, lehmhaltig oder stark wechselnd, ermöglichen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist der geringe logistische Aufwand. Statt Dauerstress durch LKW-Verkehr vor Ort, nutzen wir nach einer Bodenanalyse den vorhandenen, teilweise auch schadstoffbelasteten Aushub, der dann aufbereitet als Flüssigboden gleichwertig verarbeitet wird.

Sportplatzsanierung wird zur Energiequelle

Am Maikäferpfad in Berlin-Charlottenburg entsteht derzeit ein deutschlandweit wegweisendes Infrastrukturprojekt für die Wärmewende.

Oberflächennahe Geothermie: Der Energiemonolith ermöglicht eine Nutzung auch im Winter.

Unter einem sanierungsbedürftigen Fußballspielfeld wird erstmals eine großflächige oberflächennahe Erdwärmeanlage realisiert, die öffentliche Gebäude in der direkten Umgebung mit erneuerbarer Wärme versorgt. Das Projekt gilt als Leuchtturm für die kommunale Wärmeversorgung und ist auf viele Städte übertragbar.

Im Auftrag des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf wurden 8.800 Hochleistungs-Erdkollektoren in 1,5 Metern Tiefe installiert, so Lenzmeier. Sie entziehen dem Boden die im Sommer gespeicherte Umweltwärme. Über ein Kaltes Nahwärmenetz heizen Wärmepumpen damit drei Schulgebäude und eine Turnhalle. Die Anlage ersetzt die bisherige Gasversorgung und dekarbonisiert die Wärmeversorgung der öffentlichen Gebäude auf einen Schlag. Mit einer thermischen Leistung von rund 477 Kilowatt ersetzt die Anlage am Maikäferpfad jähr- lich etwa 118.000 Kubikmeter Erdgas. Das entspricht einer Einsparung von rund 1,23 Gigawattstunden Energie und einer Reduktion der CO₂-Emissionen um etwa 180 Tonnen pro Jahr. Die Bauzeit ist mit insgesamt rund 14 Monaten überschaubar, die eigentliche Installation der Kollektoren erfolgt in nur vier Monaten.

„Die Zukunft der Wärmegewinnung liegt unter unseren Füßen. Wir waren mit den Tiefbauarbeiten beauftragt. Der Energie- monolith nutzt oberflächennahe Geothermie, moderne Hochleistungskollektoren und speziell aufbereiteten Flüssigboden, um nachhaltige Wärme direkt aus dem Erdreich für Gebäude nutzbar zu machen.“

Duplikation für die kommunale Wärmeplanung

Das Projekt am Maikäferpfad ist bewusst als skalierbares Modell konzipiert. Die eingesetzte Technik, die Planungsprinzipien und die Einbindung in bestehende Quartiere lassen sich auf viele andere Kommunen übertragen – unabhängig davon, ob es sich um Großstädte oder kleinere Gemeinden handelt. Besonders attraktiv ist der Ansatz für Städte, die im Rahmen ihrer kommunalen Wärmeplanung nach flächeneffizienten, erneuerbaren und wirtschaftlich tragfähigen Lösungen suchen, ergänzt Lenzmeier.

https://energie-monolith.de

Über einen Zeitraum von 30 Jahren verteilt entspräche dies durchschnittlich etwa 130 bis 370 zusätzlichen Lkw-Fahrten pro Arbeitstag im gesamten Berliner Stadtgebiet. In der Praxis konzentriert sich der Verkehr jedoch auf einzelne Baustellen, an denen täglich mehrere Dutzende bis weit über einhundert Lkw-Bewegungen auftreten können. Die Folgen sind zusätzliche Lärm- und Staubbelastungen, eine höhere Beanspruchung der Straßen sowie Einschränkungen für Anwohner und den übrigen Verkehr. Fachleute weisen allerdings darauf hin, dass sich die Zahl der Transporte durch die Wiederverwendung von Erdaushub vor Ort, den Einsatz von Recyclingmaterialien sowie den verstärkten Transport über Schiene und Wasserwege deutlich reduzieren lässt.

 


Flüssigböden verkürzen Bauzeit: Eine mehrfach bewährte Alternative sind Flüssigböden für Tief-, Leitungsbau und Baugruben


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